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Directory Of Year 2000, Issue 12
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Metropole am Bohai-Meer: Tianjin - ein Tor zur Welt

Year:2000 Issue:12

Column: Wirtschaft

Author: Von Wu Xinyi, Gao Yan und Hou Yun

Release Date:2000-12-01

Page: 26-33

Full Text:  


Die Geschichte der Stadt Tianjin kann bis in die Regierungsjahre Yongle Anfang der Ming-Dynastie zurückverfolgt werden. Weil sie ein Verkehrsknotenpunkt des Flußnetzes des Haihe und der nächstgelegene Hafen zur Stadt Beijing war, wurde die Stadt 1860 nach außen geöffnet. So wurde Tianjin zum ältesten Hafen für den Außenhandel und zu einer wichtigen Industriebasis in Chinas Neuzeit. Nach der Einführung der Reform- und Öffnungspolitik hat sich Tianjin zu einer modernen Stadt entwickelt. Nachstehend werden wir fünf Bezirke der Stadt vorstellen: Xiqing - bekannt für seine Neujahrsbilder, Shuanggang - ,,Heimat von Fisch und Reis“ genannt, Hebei -Ursprungsort der Stadt Tianjin, Beichen mit seinen Überresten aus der Hongshan-Kultur und Jixian mit seiner langen Geschichte. Die Entwicklung dieser fünf Bezirke zeigt, daß die Stadt Tianjin eine große Zukunft hat.


Xiqing: Investoren stecken Millionen in die Erschließungszone

DER Bezirk Xiqing hieß früher Yangliuqing. Er profitierte vom Transport von Getreide auf dem Wasserweg, und so war die Wirtschaft in diesem Gebiet schon sehr früh hochentwickelt. In den Jahren, in denen die Politik der Selbstisolation Chinas wirtschaftliche Entwikklung hemmte, gingen viele Leute aus Yangliuqing nach dem Westen Chinas, um dort Grenzhandel zu treiben.

In jüngster Zeit hat die Bezirksregierung Xiqing großen Wert auf die Modernisierung der Agrarwirtschaft und die Entwicklung der ländlichen Betriebe gelegt. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Inlandsproduktionswert wird in diesem Jahr 23000 Yuan erreichen, das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei 5400 Yuan.


Wohnhäuser der Bauern in Xiqing

Wohnhäuser der Bauern in Xiqing

Der Aufbau von Marktflecken ist der Arbeitsschwerpunkt der Bezirksregierung. Sie hat vor, bis zum Jahr 2005 die Pläne für vier Marktflecken zu realisieren und den Bezirk Xiqing, der jetzt noch eher dörflichen Charakter hat, zu einer modernen Stadt zu entwikkeln. So hat man im Marktflecken Zhangjiawo bereits in den vergangenen fünf Jahren 230 Millionen Yuan in den Bau von 220 000 qm Wohnfläche und von 40 000 qm Zusatzeinrichtungen investiert. Die Leitung der Bezirksregierung hat sich das Ziel gesetzt, in Zukunft nicht nur die Agrarwirtschaft, die Industrie und das Dienstleistungsgewerbe kontinuierlich zu entwickeln, sondern zugleich das Leben der Bauern der neuen Zeit anzupassen. Sie hat beschlossen, einen 60 000 qm großen Volksplatz und eine Straße im Baustil der Ming- und der Qing-Dynastie sowie einen Waldpark zu errichten, damit die Bewohner eine einladendere Umgebung haben.

Dank solcher und anderer Bemühungen hat der Bezirk Xiqing inzwischen eine große Anziehungskraft auf in- und ausländische Investoren. Innerhalb von acht Jahren hat sich die Fläche der Erschließungszone von zwei auf vier qkm vergrößert. Hier sind nun 208 ausländische Unternehmen registriert, und nach den abgeschlossenen Verträgen sollen 1,24 Milliarden US-Dollar an ausländischem Kapital eingeführt werden. 13 ausländische Firmen wie Motorola und P&G aus den USA und Panasonic aus Japan haben rund 10 Millionen US-Dollar in den Aufbau ihrer Filialen im Bezirk Xiqing investiert. Mittlerweile werden viele Produkte von Xiqing exportiert. 1999 betrug das Exportvolumen 1,2 Milliarden Yuan. 18 Unternehmen können ihre Produkte selbständig exportieren.

Die Neujahrsbilder aus dem Bezirk Xiqing sind landesweit bekannt und haben eine lange Tradition. Das Motiv, das ein dikkes Kind mit einem schuhförmigen Goldbarren - ein Zahlungsmittel im alten China -vor einem Fisch zeigt, ist sehr beliebt bei den Bauern, weil es ihren Wunsch ausdrückt, im kommenden Jahr eine gute Ernte zu haben und ein wohlhabendes Leben zu führen.


Wirtschaftliche Erschließungszone im Bezirk Xiqing

Wirtschaftliche Erschließungszone im Bezirk Xiqing

Beichen: Künftig ein Zentrum für Infotechnik und Biomedizin


Wei Xiushan (links), Parteisekretär des Bezirkes Beichen, im Gespräch mit Bezirksleiter Li Wenxi

Wei Xiushan (links), Parteisekretär des Bezirkes Beichen, im Gespräch mit Bezirksleiter Li Wenxi

DER Bezirk Beichen im Norden der Stadt Tianjin kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Vor 6000 Jahren haben Menschen hier die Hongshan-Kultur entwickelt. Nach der Gründung des Neuen China 1949 wurde der Bezirk ,,Nördlicher Vorort der Stadt Tianjin“ genannt. 1992 erhielt er den heutigen Namen.

Der Bezirk Beichen bedeckt eine Fläche von 480 qkm und zählt 320 000 Einwohner. Er hat eine günstige Verkehrslage, liegt er doch nur 50 km vom neuen Hafen Tianjin und 16 Kilometer vom Flughafen Tianjin entfernt. Verbunden ist der Bezirk mit 10 Autostraßen und der Eisenbahnlinie Beijing-Kowloon. Mit dem Auto braucht man nur eine Stunde, um die Hauptstadt Beijing zu erreichen.

Nach der Einführung der Reform- und Öffnungspolitik hat sich Beichen schnell entwickelt. Zur Zeit ist der Bezirk die wichtigste Basis der Stadt Tianjin für die Produktion von Nahrungsmitteln. Auch die Industrie und das Dienstleistungsgewerbe spielen eine immer wichtigere Rolle für die Wirtschaftsentwicklung von Beichen. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt derzeit bei 5000 Yuan.

Im Mai 1992 wurde die wirtschaftliche Erschließungszone Beichen gegründet. Nach achtjährigen Bemühungen ist die Infrastruktur nun vollständig aufgebaut. Über hundert in- und ausländische Unternehmen aus mehr als zehn Bereichen wie Maschinenbau, Leichtindustrie und Kleidungsproduktion haben in den Aufbau von Filialen in Beichen investiert.

Seit 1995 wird die wirtschaftliche und technische Zone Beichen, die nahe der Autobahn Beijing-Tianjin-Tanggu liegt, zu einer Hochtechnik-Erschließungszone auf Staatsebene ausgebaut. Sie genießt alle Vorzugsbedingungen, die die chinesische Regierung den Hochtechnik-Erschließungszonen eingeräumt hat, und entwickelt sich immer mehr zu einem Zentrum für Informationstechnik und zu einem biomedizinischen Zentrum.

Vor kurzem gründete die wirtschaftliche Erschließungszone gemeinsam mit der wirtschaftlichen und technischen Zone Beichen die Erschließungszone für Wissenschaft und Technik Tianjin. In dieser Zone befinden sich die Niederlassungen der LG-Firmä für Maschinenbau aus Südkorea, der Unternehmensgruppe Tianshili für Biomedizin, der Unternehmensgruppe Huarun für die Herstellung von Getränken aus Hongkong und der Unternehmensgruppe Zhengxin für chemische Produkte aus Taiwan. Dank der Unterstützung dieser vier großen Unternehmen hat sich die Wirtschaft in Beichen sehr schnell entwickelt.

Auch die ländlichen Betriebe haben in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. 1999 machte der Produktionswert der ländlichen Betriebe 82,9% des gesamten Produktionswertes von Beichen aus. Von den 320 000 Einwohnern Beichens waren Ende 1999 91500 in privaten Betrieben tätig.

Hebei: Alter Stadtbezirk hält Schritt mit der modernen Zeit


Zhang Lichang, Parteisekretär der Stadt Tianjin, bei einer Inspektion im Bezirk Hebei

Zhang Lichang, Parteisekretär der Stadt Tianjin, bei einer Inspektion im Bezirk Hebei

HEBEI ist einer der ältesten Bezirke in Tianjin. Seit Beginn der Reform- und Öffnungspolitik 1978 und besonders in den letzten Jahren hat er große Veränderungen erlebt. Überall herrscht ein Bild blühenden Aufschwungs. ,,China heute“ sprach mit dem Parteisekretär des Bezirkes, Zhang Huachun.

China heute: Könnten Sie uns einen Überblick über die Geschichte des Bezirkes Hebei geben?

Zhang Huachun: Der Bezirk Hebei liegt im Nordosten der Stadt Tianjin, ist im Westen durch den Fluß Haihe von den Bezirken Hongqiao, Nankai und Heping getrennt und grenzt im Norden an den Bezirk Beichen und im Südosten an die Bezirke Hedong und Dongli. Er hat eine Fläche von 28 qkm und zählt 650 000 Einwohner. Nachdem Tianjin im Jahre 1404 zur Zeit der Ming-Dynastie zu einer Stadt mit strategisch wichtiger Bedeutung ausgebaut worden war, hat sich der Bezirk Hebei zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum von Tianjin entwickelt. Persönlichkeiten wie Liang Qichao, Cao Yu und Li Shutong haben hier studiert und gewirkt. Sun Yat-sen hat hier eine wichtige Rede gehalten und damit den Kampf gegen den Imperialismus und den Feudalismus vorangebracht. Li Dazhao, Zhou Enlai und Zhang Tailei und andere haben hier ihre revolutionären Aktivitäten entfaltet und die Theorien des Marxismus und Leninismus verbreitet. Nach der Gründung des Neuen China wurde unser Stadtbezirk ,,Dritter Stadtbezirk von Tianjin“ genannt, erst später erhielt er den heutigen Namen. Inzwischen hat er sich zu einem modernen Stadtbezirk entwickelt.

China heute: Was hat man im einzelnen getan, um mit der neuen Zeit Schritt zu halten?

Zhang Huachun: Von 1994 bis 1998 haben wir 1,22 Millionen qm heruntergekommene Häuser abgerissen und ca. drei Millionen qm neue Wohnungen gebaut. Die Pro-Kopf-Wohnfläche in diesem Bezirk ist damit von fünf qm auf 9,4 qm gestiegen. Wir haben außerdem großen Wert auf den Aufbau der Infrastruktur gelegt. Einige wichtige Straßen wie Tiantai, Shengli, Kunwei, Zhongshan und Jinzhonghe wurden ausgebaut, Kreuzungen mit Unter- und Überführungen wie Beizhan, Jinshi und Jingjin sind fertiggestellt, Umspannwerke und Kesselräume für die Zentralhei-zung sind in Betrieb genommen. Jetzt sind der Ausbau der Straßen Bei'an und Zhenli und der Bau der Kreuzung Jinwei mit Unter- und Überführung an der Reihe. Der große Supermarkt Hengfeng und das Hotel Chuanlu sind vor der Fertigstellung.

China heute: Welche Vor-züge hat der Bezirk Hebei?

Zhang Huachun: Ein Vorzug ist seine günstige Lage, der andere ist die Summe dessen, was wir in den letzten Jahren mit großen Anstrengungen geschaffen haben. Vor allem hat sich die Verkehrsla-ge entschieden verbessert. Nun haben wir vor, das Gebiet Dabei Chanyuan (Tempel der großen Barmherzigkeit) und ein Urlaubsgebiet im italienischen Stil am Fluß Haihe zu erschließen. Dieses Urlaubsgebiet liegt im Südwesten des Bezirks und wird etwa 100 Hektar umfassen. Alle Gebäude dort werden im italienischen Stil errichtet. Auch eine Statue von Maco Polo soll aufgestellt werden. Das Landschaftsgebiet Dabei Chanyuan liegt am östlichen Ufer des Nanyun im Westen des Bezirks. Mit der Fertigstellung dieser beiden Projekte wird sich die Attraktivität unseres Bezirks bestimmt steigen.

China heute: Sie denken dabei sicher auch an ausländische Investoren. Wie sieht das Investitionsklima im Bezirk Hebei jetzt aus?

Zhang Huachun: Wir haben uns erfolgreich darum bemüht, ein vernünftiges Wirtschaftssystem aufzubauen und das Investitionsumfeld ständig zu verbessern. Außerdem haben wir großen Wert auf die Steuerreform gelegt. In Hebei gibt es nun eine sogenannte Handelsstraße, und alle hier registrierten Unternehmen genießen die gleichen Vorzugsbedingungen, die die Stadtregierung Tianjin der Hochtechnik-Erschließungszone eingeräumt hat. Das übt eine große Anziehungskraft auf in- und ausländische Investoren aus.

China heute: Wo liegen für Sie jetzt die Schwerpunkte für die weitere Arbeit?

Zhang Huachun: Weil der Bezirk Hebei reich an touristischen Möglichkeiten ist, wollen wir mehrere Reisegebiete erschließen. Das Landschaftsgebiet Dabei Chanyuan und das Urlaubsgebiet im italienischen Stil sind dafür gute Beispiele. Ferner wollen wir noch einige Wohnviertel mit guten Einrichtungen aufbauen, um die Wohnverhältnisse der Einwohner weiter zu verbessern. Außerdem haben wir vor, einige Handelszonen aufzubauen, in denen man nicht nur einkaufen, sondern sich auch vergnügen kann. Das sind Maßnahmen, die sicher dazu beitragen, daß der alte Stadtbezirk Hebei eine große Zukunft haben wird.


Ein Gebäude im italienischen Baustil

Ein Gebäude im italienischen Baustil


Die Zhongshan-Straße im Bezirk Hebei

Die Zhongshan-Straße im Bezirk Hebei

Shuanggang - Chinas Versuchsort für die Reform kleiner Städte


Der Marktflecken Shuanggang unterzeichnet mit der Shuangda-Gesellschaft Tianjin eine Vereinbarung

Der Marktflecken Shuanggang unterzeichnet mit der Shuangda-Gesellschaft Tianjin eine Vereinbarung

IM August dieses Jahres erhielt der Leiter des Reformbüros in Tianjin einen Brief des Entwicklungszentrums für die Reform kleiner Städte beim Staatsrat. Darin stand: ,,Nach unseren Überprüfungen wird für den Marktflecken Shuanggang der Status Versuchsort für die Reform kleiner Städte bewilligt.“

Die Wirtschaftsentwicklung der Marktflecken ist eine wichtige Strategie, die die chinesische Regierung für den Aufschwung der Agrarwirtschaft beschlossen hat. In China gibt es rund 26000 Marktflecken, und Shuanggang ist nun der einzige Versuchsort unter ihnen.

Shuanggang, das nördliche Tor des Stadtbezirkes Jinnan, liegt nur zwei Kilometer vom Stadtzentrum Tianjin entfernt. Die Verkehrslage ist sehr günstig: Fährt man mit dem Auto 26 Kilometer nach Osten, erreicht man den Hafen Tianjin, und fünf Kilometer nördlich liegt der internationale Flughafen Binghai.

Dank der Reform- und Öffnungspolitik und der günstigen Lage hat sich Shuanggang in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Produktionsbasis von Gemüse für die Stadt Tianjin entwikkelt. Hier gibt es den größten Großhandelsmarkt für Gemüse in Nordchina, dessen jährliches Geschäftsvolumen ca. eine Milliarde Yuan erreicht. Shuanggang ist bekannt für die Züchtung veredelter Gemüsesorten. Seine Station für Agrarwirtschaft ist die Nummer eins diesbezüglicher Stationen im ganzen Land und hat Absatzstellen in allen Teilen Chinas.

Vor drei Jahren wurde die wirtschaftliche Erschließungszone Jinnan in Shuanggang errichtet. Inzwischen haben 87 in- und ausländische Investoren ca. 300 Millionen Yuan und 87 Millionen US-Dollar in diese Zone investiert.

Shuanggangs Parteisekretär Cui Jinhe sagt: ,,Zur Zeit haben wir große Chancen, weil die Erschließung Westchinas begonnen hat und China bald der WTO beitreten wird. Außerdem hilft uns die günstige Lage. Shuanggang liegt nahe der Hauptstadt, und so sind wir sicher, daß sich die Wirtschaft in Shuanggang bestens weiter entwickelt. Unsere Zuwachsrate betrug im vorigen Jahr 18,3%, das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen erreichte 5000 Yuan.“

Die kollektiven und privaten Betriebe haben für die Wirtschaftsentwicklung in Shuanggang eine wichtige Rolle gespielt. 19 Betriebe hatten 1999 ein Absatzvolumen von zusammen 620 Millionen Yuan erreicht. Der Produktionswert von zwei dieser Betriebe lag bei 100 Millionen Yuan. Auch das Dienstleistungsgewerbe in Shuanggang ist hochentwickelt. Ende 1999 gab es hier 1636 Unternehmen in diesem Bereich, deren Produktionswert 32% des gesamten Produktionswertes von Shuanggang ausmachte.

In den vergangenen Jahren wurden in Shuanggang 100 000 qm Wohnfläche geschaffen. Die Grünfläche macht inzwischen 14% der gesamten Fläche des Marktfleckens aus.

Das Entwicklungszentrum für die Reform kleiner Städte beim Staatsrat hat Shuanggang wie folgt beurteilt: ,,Der Marktflecken Shuanggang hat eine günstige Lage. Durch ihn werden Stadt und Land miteinander verbunden... Man soll großen Wert auf die Wirtschaftsentwicklung in Shuanggang legen, damit hier Erfahrungen für die Entwicklung der Markt-fecken im ganzen Land gesammelt werden können.“

Jixian: Obst und Gemüse aus naturgemäßem Anbau

DER Kreis Jixian liegt 90 km östlich von Beijing und 125 km nördlich vom Stadtzentrum Tianjin. In alten Zeiten war dies eine strategisch wichtige Gegend. Der Kreis nimmt eine Fläche von 1470 qkm ein, ist reich an natürlichen Ressourcen und von landschaftlichem Reiz.

In der Geschichte war Jixian ein bekannter Kreis für Agrarwirtschaft. Nach der Einführung der Reform- und Öffnungspolitik wurde er einer der ersten nach außen geöffneten Kreise an Chinas Küsten. Nach 20jährigen Anstrengungen hat sich die Wirtschaft von Jixian ernorm entwickelt. Der Inlandsproduktionswert stieg von 2,63 Milliarden Yuan im Jahre 1995 auf 5,68 Milliarden Yuan im Jahre 1999. Im gleichen Zeitraum wuchs der Anteil des Dienstleistungsgewerbes an der gesamten Wirtschaft von 33,3 auf 40,5%.


Blick auf das Chemiewerk Jihua in Tianjin

Blick auf das Chemiewerk Jihua in Tianjin


Das Feld nach wissenschaftlichen Methoden bestellen

Das Feld nach wissenschaftlichen Methoden bestellen

Sun Zhenqing, der Kreisvorsteher von Jixian, ist, was die weitere Wirtschaftsentwicklung betrifft, sehr optimistisch: ,,Jixian hat eine günstige geographische Lage, ist reich an Bodenschätzen, und das Klima ist hier sehr günstig für die Agrarwirtschaft. In den vergangenen Jahren haben wir außerdem gute Geschäfte mit Mineralwasser gemacht. Unsere fünf Landschaftsgebiete auf Staatsebene wie Panshan und Baxianshan sind landesweit bekannt. Viele historische Sehenswürdigkeiten sind in unserem Kreis zu finden. Das alles sind für die künftige Entwicklung von Jixian gute Voraussetzungen.“

Jixian ist reich an Wasserreserven, und die Wasserqualität ist sehr gut. 1994 wurde hier Chinas erste Versuchszone für naturgemäße Nahrungsmittel auf Kreisebene gegründet. Seither hat die Kreisregierung große Anstrengungen unternommen, um auf immer größeren Flächen veredelte Getreide- und Gemüsesorten anzubauen. In diesem Jahr wurden 95% der Anbaufläche für diesen Zweck genutzt.

Der Kreis ist auch ein wichtiger Obsterzeuger. Kakipflaumen, Edelkastanien und chinesische Datteln aus Jixian sind landesweit bekannt. 1999 gründete der dem Kreis unterstehende Marktflecken Guanzhuang gemeinsam mit Chile eine Versuchsfarm, um Pfirsiche, Pflaumen und Erdbeeren aus Chile hier anzubauen. Jetzt gibt es in Jixian drei Erzeugergebiete für Obst mit einer Anbaufläche von zusammen 10 000 Hektar.

Die Viehzucht hat sich auch sehr schnell entwickelt. 1999 machte der Produktionswert der Viehzucht 52,3% des agrarwirtschaftlichen Produktionswertes in Jixian aus, das war 10% höher als das durchschnittliche Niveau in der Stadt Tianjin. Die Anbaufläche für Industriepflanzen mit guter wirtschaftlicher Effizienz hat man erheblich vergrößert. Dank der Erfolge in der Viehzucht und im Anbau von Industriepflanzen sind die Einnahmen des Kreises kräftig angewachsen.

Die Produktion von naturgetreuen Nahrungsmitteln ist inzwischen ein bedeutender Wirtschaftszweig in Jixian. Bis heute sind 35 Arten von naturgetreuen Produkten aus Jixian auf dem Markt, darunter Gemüse der Marke ,,Yuyang“ (so hieß der Kreis in alter Zeit), die Meeresprodukte der Marke ,,Cuihu“, Obst mit dem Markenzeichen ,,Panshan“ und Getreide und Pflanzenöl unter dem Namen ,,Jizhou“.

In Jixian macht die Industrie 40,5% der Wirtschaft aus. In den letzten Jahren hat die Kreisregierung jährlich 350 bis 400 Millionen Yuan in die industrielle Entwicklung investiert. Im Kreis gibt es jetzt 6239 Unternehmen. Zehn von ihnen haben ein jährliches Absatzvolumen von 30 Millionen Yuan erreicht. Das Absatzvolumen der Unternehmensgruppe Guayue erreichte im vorigen Jahr 178 Millionen Yuan.

Weil die Wasserreserven in Jixian sehr reichhaltig sind, hat man viel Geld in Fabriken zur Herstellung von Mineralwasser gesteckt. So hat die Firma Nestle rund 300 Millionen Yuan in einen solchen Betrieb investiert. Auch die Brennerei Yuyang mit einer jährlichen Produktionskapazität von 10 000 t und die Unternehmensgruppe Guayue für Spirituosen spielen eine wichtige Rolle in Jixian.

Die Industrie der Nahrungsmittelverarbeitung erreicht inzwischen etwa 20% des Produktionswertes der gesamten Industrie von Jixian. Da jene Betriebe, die die Bauern mit dem Markt verbinden, für die Entwicklung der ländlichen Industrie besonders wichtig sind, hat die Kreisregierung einigen Unternehmen wie der Guayue-Gruppe und der Nahrungsmittelfabrik Lüjia Vorzugsbedingungen eingeräumt.


Die Zhongchang-Straße in Jixian

Die Zhongchang-Straße in Jixian

Jixian kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Viele historische Sehenswürdigkeiten sind hier zu finden. Der l000jährige Dule-Tempel ist der älteste Tempel mit Holzkonstruktion in China. Beim Panshan-Berg gibt es 160 Tempel und Pavillons. Der Qing-Kaiser Qianlong hat dieses Gebiet nicht weniger als 28mal besucht. General Qi Jiguang hat in der Ming-Dynastie den Abschnitt Huangyaguan der Großen Mauer, auch ,,majestätischer Paß im Norden von Jixian“ genannt, 16 Jahre lang bewacht. In diesem Zeitraum wurde 52 Wachtürme gebaut. Relikte aus der Steinzeit beim Cuiping-See und die Weiße Pagode aus der Liao-Dynastie sind weitere Anziehungspunkte für Touristen. Im Zeitraum des neunten Fünfjahresplans hat die Kreisregierung über 200 Millionen Yuan in den Ausbau des Tourismus investiert. Kreisvorsteher Sun Zhengqing will den Tourismus zu einer Säule der Volkswirtschaft von Jixian machen.

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