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Directory Of Year 1978, Issue 2
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Wie Dadschai seinen Boden melioriert hat

Year:1978 Issue:2

Column: Artikel

Author:

Release Date:1978-03-01

Page: 40-43

Full Text:  


Abtragung der Hügelsuitze durch gerichtete Sprengung

Abtragung der Hügelsuitze durch gerichtete Sprengung


Die Produktionsbrigade Dadschai im Kreis Hsiyang, Provinz Schansi — Chinas Schrittmacher in der Landwirtschaft— hat enorme Anstrengungen für die Bodenmelioration gemacht. In einem Vierteljahrhundert ist es ihr gelungen, das kärgliche Land in Felder umzuwandeln, die heute voll den Ansprüchen einer großangelegten sozialistischen Landwirtschaft genügen und stabile hohe Erträge abwerfen. Trockenheit und starke Regengüsse können ihnen nichts mehr anhaben. Im folgenden Artikel berichtet die Forschungsgruppe der Produktionsbrigade Dadschai, die aus ehemals armen Bauern und unteren Mittelbauern besteht, über ihre Erfahrungen. Der Artikel ist leicht gekürzt. — Die Red.


Vor langer Zeit rief uns Vorsitzender Mao dazu auf, die Bodenkunde zu studieren. Wir wollen nun einen Überblick über unsere eigenen Entdeckungen geben, die wir im Laufe unserer Bodenmelioration machten und darüber, wie wir diese mit der Bodenkunde verbanden. Dieser Prozeß verlief in drei Etappen.

Erstes Stadium: Aufbau von Feldern, die Wasser, Erde und Dünger binden.

Unser Dorf liegt in den Taihang-Bergen in Nordchina. Unsere 53 Hektar kultivierten Landes bestanden ursprünglich aus — wie wir sie nannten — 4700 ,,Taschentuchfeldern“. Das kleinste war nicht einmal 1/150 Hektar groß. Viele waren winzige Terrassenfelder auf steilen Abhängen, ohne Schutzdämme. Der fruchtbare Mutterboden konnte durch einen heftigen Regenguß weggespült werden.

Der erste Schritt war, Felsen auf den Abhängen zu brechen und daraus steinerne Terrassenschutzdämme zu bauen. Dann schafften wir fruchtbare Erde auf die Felder. Dadurch wurden sie grundlegend verändert: Boden und Dünger wurden nicht mehr weggespült und das herunterfließende Wasser wurde auf ein Minimum beschränkt.

Zweites Stadium: ,,Schwammfelder“ werden angelegt.

Um Boden, Dünger und Wasser so intensiv wie möglich auszunutzen und unsere Erträge zu steigern, begannen wir damit, eine dicke Schicht geschmeidiger, lockerer, fruchtbarer Muttererde auf unsere Felder zu schaffen. Diese neuen Felder nannten wir ,,Schwammfelder“. Das ging folgendermaßen vor sich:

1. Bodenmelioration

Dadschai hat verschiedene Bodensorten — rote, schwarze und weiße Lehmerde und auch Sandboden.

Unter die zähe rote Erde wurde Sand gemischt, um sie poröser zu machen; dem Sandboden, der Feuchtigkeit und Dünger nicht gut bindet, wurden Lehmboden und Humus zugefügt. Die ,,Schwammfelder“ bestehen im allgemeinen zu 30—40% aus Lehm und zu 67—70% aus Sand.

Solche Felder binden gut Feuchtigkeit und Dünger, bleiben locker und sind einfach zu pflügen.

2. Mehr Naturdünger

Kompost aus Asche und Mist wird dem Boden zugesetzt. Dadurch wird der Boden auf Jahre hinaus melioriert.

3. Tiefpflügen, -säen und -hacken

Das meiste Ackerland in Dadschai wird heute mit Traktoren 27 cm tief gepflügt. Früher pflügte man mit Ochsen und nur 10 cm tief. Damals pflanzten wir Mais 7 cm tief, heute aber 13 cm tief. Die Pflanzen können nun Trockenheit und Wind besser widerstehen; übereiltes Wachstum wird verhindert, die Ähren entwickeln sich voll; der Reifungsprozeß ist beschleunigt; die Erde wird angereichert.


Dadschais Getreideproduktion
Tonnen pro Hektar

Dadschais Getreideproduktion Tonnen pro Hektar


Düngertransport bergauf

Düngertransport bergauf

Früher hackten wir nur 10 cm tief, heute 23 bis 33 cm tief. Durch Tiefhacken wird der Boden aufgelockert, die Filtration ist besser und die Bodentemperatur liegt höher. Die Bestockung und das Pflanzenwachstum werden dadurch begünstigt. Der Boden bindet das Wasser besser und widersteht besser der Trockenheit. Unkraut, Insekten und Pflanzenkrankheiten können besser unter Kontrolle gehalten werden. Diese neuen Anbaumethoden kombinierten wir mit Fruchtwechsel. Dies versetzte uns in die Lage, Maisfelder mit einer 33 cm dicken fruchtbaren Muttererde zu schaffen.

Ein weiterer Vorteil ist, daß die Krume der ,,Schwammfelder“ ein gewisses Quantum wasserwiderstandsfähiger Erdkörner enthält. Diese sind locker, aber nicht krümelig, kompakt in der Struktur, aber nicht hart.

Drittes Stadium: Anlegen ,,künstlicher Kleinebenen“.

In mehr als zehn Jahren harter Arbeit verwandelten wir unsere 4700 winzige Felder in 1700 größere ,,Schwammfelder“. Aber diese waren immer noch zu klein für eine großangelegte Bewässerung und für eine mechanisierte Landbestellung.

Zwischen Winter 1970 und Frühling 1974 ebneten wir 23 Hügel ein, füllten 15 Schluchten auf, schufen nahezu 13,3 Hektar flache Felder. Das größte ist 1,33 Hektar groß. Im Mai 1974 schufen wir auf einen Schlag ein 0,7 Hektar großes Feld, indem wir einen Hügel gerichtet sprengten. Heute können und werden über 80% unserer 1500 Felder mit Traktoren gepflügt.

Wir möchten nun kurz über einige theoretische Fragen sprechen.

Dadschais Erfahrungen bei der Bodenmelioration sind eine eindeutige Widerlegung eines Gesetzes der bürgerlichen Ökonomie, nämlich des Gesetzes vom abnehmenden Bodenertrag. Dieses Gesetz, das die Basis für den Malthusianismus darstellt, gründet auf Ideen der Agrarwissenschaftler des 19. Jahrhunderts. Diese vertraten, der Boden verliere unvermeidlich nach und nach seine Fruchtbarkeit, weil die Mineralien ausgelaugt oder durch die Pflanzen abgebaut würden. Auch um den Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion in China vor 1949 zu erklären, zog ein ausländischer bürgerlicher Theoretiker dieses Gesetz heran.


Früher und heute

Früher und heute

Seit China ein sozialistisches Land ist, unter der Leitung des Vorsitzenden Mao und der KP Chinas, hat seine Landwirtschaft gewaltige Fortschritte gemacht. Im Zusammenhang mit der Entwicklung der kollektiven Landwirtschaft von den Genossenschaften zu den Volkskommunen wurde auch Dadschais Getreideertrag z. B. in den letzten 25 Jahren um das zehnfache gesteigert.

Dadschai bestätigt voll Engels Feststellung: ,,Die der Menschheit zu Gebote stehende Produktionskraft ist unermeßlich. Die Ertragsfähigkeit des Bodens ist durch die Anwendung von Kapital, Arbeit und Wissenschaft ins Unendliche zu steigern.“

Die Verringerung der Bodenfruchtbarkeit in kapitalistischen Ländern und im alten China war nicht die Manifestation eines objektiven Naturgesetzes, sondern das genaue Gegenteil davon — das verhängnisvolle Ergebnis der Ausbeutung und Ausplünderung unter dem Feudalismus, Kapitalismus und Imperialismus.

Dadschais Erfahrungen zeigen, daß die menschliche Arbeit der entscheidende Faktor für die Steigerung der Fruchtbarkeit des kultivierten Landes ist.

Einige ausländische Wissenschaftler schrieben Ursprung und Entwicklung des Bodens und seiner Fruchtbarkeit fünf Naturfaktoren zu — der ursprünglichen Bodenbeschaffenheit, dem Klima, der biologischen Aktivität, der Topographie und der Zeit — und der Wechselwirkung zwischen diesen.

Obwohl dies zur Entdeckung der Gesetze der Formation, der Entwicklung und der geographischen Verteilung der Böden führte, haben diese Leute die Untersuchung des kultivierten Bodens vernachlässigt. Insbesondere vernachlässigten sie die gewaltige Auswirkung der menschlichen Arbeit. So konnten sie zu keinem richtigen Verständnis für die Beziehung zwischen Mensch und Natur kommen. Marx betonte vor langer Zeit: ,,Mit der Entwicklung der Naturwissenschaft und der Agronomie ändert sich auch die Fruchtbarkeit des Bodens, indem sich die Mittel ändern, wodurch die Elemente des Bodens sofort verwertbar gemacht werden können.“

Dadschais Bodenbebauung ist eine praktische Kritik an dieser Vernachlässigung des dynamischen menschlichen Faktors. 700 Jahre Bodenkultivierung in Dadschai änderten nichts an der Tatsache, daß man immer wieder sagte: ,,Drei klare Tage hintereinander und die Pflanzen verdorren; ein kleiner Platzregen und die Erde wird weggespült.“

Die ,,Schwammfelder“ und. die ,,künstlichen Kleinebenen“, die wir in 20 Jahren in Dadschai angelegt haben, garantieren stabile hohe Erträge. Dies zeigt, daß die menschliche Arbeit im Lauf der Zeit anstatt der Naturfaktoren zum ausschlaggebenden Faktor für die Verbesserung des kultivierten Bodens geworden ist. Die Bemühungen der Menschen bei der Veränderung der Topographie führen sowohl zu einer Veränderung der Intensität, mit der verschiedene erdformende Faktoren unter Naturbedingungen wirken als auch zu einer Änderung der Richtung dieses Erdformungsprozesses. Der Mineralgehalt des kultivierten Bodens kann systematisch verändert werden.

Vorsitzender Mao hat gesagt: ,,Unter allen Dingen in der Welt sind die Menschen das Wertvollste. Unter der Führung der Kommunistischen Partei kann — solange es Menschen gibt — jedes Wunder auf Erden vollbracht werden.“

Für die Agrarwissenschaftler im sozialistischen China ist es wichtig, sich davor zu hüten, die materiellen Faktoren gegenüber der Rolle des Menschen zu sehr zu betonen und den Auswirkungen der menschlichen Arbeit auf den kultivierten Boden keine Achtung zu zollen.

Dadschais Erfahrungen zeigen, wie bedeutsam es ist, die Bodenfruchtbarkeit in Verbindung mit dem ganzen Bodenprofil zu studieren.

Einige Agrarwissenschaftler betrachteten es als die wichtigste Aufgabe der Agrotechnik, wasserwiderstandsfähige Erdkörner zu schaffen. Sie nahmen an, diese müßten wenigstens 70% des fruchtbaren Bodens ausmachen. Aber das entspricht nicht den Gegebenheiten der Landwirtschaft Chinas. Wiederholte Versuche auf den ,,Schwammfeldern“ Dadschais bewiesen, daß der Mutterboden nur 21—36% wasserstabile Körner hat. Hohe Erträge werden durch eine optimale Verbindung von Wasser, Pflanzennährsubstanzen, Durchlüftung und Temperatur erreicht. Dadschais Erfahrungen zeigen, wie wichtig die Erforschung aller Bodenschichten ist, die das Getreidewachstum beeinflussen. Es ist nicht genug, nur die ,,Körnerstruktur“ zu untersuchen.

Dadschais ,,Schwammfelder“ haben einen ungefähr 33 cm dicken fruchtbaren Mutterbeden. Die obere Schicht ist ziemlich wasserdurchlässig. Das ist gut für die Durchlüftung, die Filtration, den Feuchtigkeitsgehalt, die Bodenerwärmung und die Aufschließung organischer Substanzen. Die Schicht darunter, die man beim Pflügen aufreißt, ist etwas kompakter, weniger wasserdurchlässig. Hierdurch wird das Wurzelwachstum begünstigt. Der Boden bleibt länger feucht und fruchtbar.

Die noch tiefer liegende Schicht ist noch kompakter, dicker und härter als die zweite. Auch sie enthält Wasser und Pflanzennährstoffe. Alle Bodenschichten speichern Wasser und Nährsubstanzen. Bessere Durchlüftung und angemessene Temperatur sind gewährleistet. Das sind alles Dinge, die das Getreide während seiner ganzen Wachstumsperiode beansprucht.


Ertragreiches Getreide auf den Schwammfeldern

Ertragreiches Getreide auf den Schwammfeldern

Dadschais Erfahrungen zeigen auch, daß größerer Wert auf die Rolle des organischen Düngers gelegt werden sollte.

Wir in Dadschai benutzen hauptsächlich Kompost, setzen aber auch chemischen Dünger ein. Auf diese Weise werden die Ackerlandnutzung und -melioration dialektisch miteinander verbunden.

Wir verwerfen den einseitigen Gesichtspunkt, wonach der ausschließliche Gebrauch von chemischem Dünger angeraten wird, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, wonach aber die Rolle des organischen Düngers vernachlässigt wird.

Der Gebrauch von mehr organischem Dünger führte zu einer großen Steigerung der Getreideproduktion. Vor der Befreiung wurden pro Hektar nur 7,5 t organischer Dünger verwendet, und der Getreideertrag erreichte nicht einmal 0,75 t. Mit der verstärkten Anwendung von organischem Dünger — Ende der fünfziger Jahre waren es 37,5 t und Ende der sechziger Jahre 105 t — stieg der Getreideertrag allmählich auf 7,5 t.

Es gibt viele Gründe für diese Steigerung, aber der Gebrauch von mehr organischem Dünger ist der wichtigste.

Organischer Dünger enthält eine Vielfalt an Nährsubstanzen und diese werden langsam aufgeschlossen. Er verbessert auch die Bodenstruktur, steigert die Durchlässigkeit, stellt größere Porösität her und steigert die Fruchtbarkeit des umgepflügten Feldes. Die Nährsubstanzen werden besser gebunden und die Bodentemperatur gesteigert. All dies begünstigt hohe Erträge.

Vorsitzender Mao lehrt uns: ,,Im Bereich des Produktionskampfes und des wissenschaftlichen Experimenüerens macht die Menschheit eine beständige Entwicklung durch, entwickelt sich auch unaufhörlich die Natur, werden niemals Menschheit und Natur auf einem gegebenen Niveau stehen bleiben. Infolgedessen haben die Menschen immer wieder ihre Erfahrungen zusammenzufassen, Neues zu entdecken und zu erfinden, zu schaffen und vorwärtszuschreiten.“

Theorien aus der Vergangenheit sollte man von der geschichtlichen Perspektive aus untersuchen, sie von allen Seiten her analysieren und im Lichte unserer Erfahrung überprüfen. Was richtig ist, muß man übernehmen. Irrtümer muß man berichtigen und Hindernisse überwinden und so ständig Fortschritte in der Entwicklung der Bodenkunde machen.

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