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Directory Of Year 1978, Issue 2
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Kommunemitglieder bauen neue Siedlungen

Year:1978 Issue:2

Column: Artikel

Author: Von Djiän Hsüä-wen

Release Date:1978-03-01

Page: 8-11

Full Text:  


Die neue Siedlung in der Brigade Hsüdjiawu und in einer Wohnung

Die neue Siedlung in der Brigade Hsüdjiawu und in einer Wohnung

Die Produktionsbrigade Hsüdjiawu in der Volkskommune Löwu, Kreis Pinggu, liegt 80 km von Peking entfernt. Zu ihr gehören über 1400 Einwohner und 130 Hektar Ackerboden.

,,Seit der Befreiung sind die Werktätigen die Herren des Staates. Die Produktion verbessert sich von Jahr zu Jahr. Ernährung, Kleidung, ärztliche Versorgung und Schulwesen machen uns keine Sorgen mehr. Im Moment liegt bei uns der Schwerpunkt auf dem Wohnungsbau. Die Brigadeleitung geht an diese Frage sehr pflichtbewußt heran.“ Während der 71jährige Bauer Wang Pu-yüan uns seine neue zweigeschossige Wohnung zeigte, erklärte er uns begeistert den Bau der neuen Siedlung in dieser Brigade.

1974 begann die Brigade mit dem Bau neuer Wohnungen. 13 Wohngebäude sind schon fertiggestellt. Bis 1980 werden alle Kommunemitglieder neue Wohnungen beziehen.

Der alte Wang, seine Frau, ihr Sohn und dessen Familie haben eine zweigeschossige Wohnung. Das alte Ehepaar wohnt unten und das junge Ehepaar im zweiten Stock. Diese Wohnung liegt nach Süden, ist hell, luftig und gut geheizt. Auch das gemauerte und von außen heizbare Ofenbett, das für nordchinesische Häuser typisch ist, fehlt nicht. Die Wohnung ist blitzblank und gut ausgestattet. Es gibt auch eine Nähmaschine. Der alte Wang ist mit seiner neuen Wohnung sehr zufrieden.


Neue Siedlung der Produktionsbrigade Schangwang im Kreis Schaohsing, Provinz Tschekiang

Neue Siedlung der Produktionsbrigade Schangwang im Kreis Schaohsing, Provinz Tschekiang

Beim Entwurf der neuen Häuser wurden die Vorschläge der Bauern berücksichtigt. In allen Zimmern wurden Wandschränke eingebaut. In den Erdgeschossen ist auch genügend Platz, um das Getreide aufzubewahren und Arbeitsgeräte und Karren unterzustellen. Es gibt Elektrizität und fließendes Wasser. Einige Familien benutzen Sumpfgas zum Kochen. Hinter den Häusern liegen Stallungen. Jede Familie hat einen Hof.


Das neue Dorf in der Brigade Huahsi (Bildmitte: Kulturhaus)

Das neue Dorf in der Brigade Huahsi (Bildmitte: Kulturhaus)

Das Ofenbett und die Wandschränke haben es dem alten Wang besonders angetan. Er sagte: ,,Unser alter Parteisekretär kümmert sich wirklich um uns.“

Dieser so gelobte Parteisekretär, Tschen Yung-hsiang, ist ein alter Held der Arbeit. Er führte uns zum Brigadebüro, wo ein Modell der geplanten Wohnsiedlung zu besichtigen war. Man plant, zehn Wohngebäude zu bauen. Auch die Geschäfte, die Buchhandlung, das Badehaus, der Frisiersalon, das Klubhaus und Fabriken zur Verarbeitung von Agrar- und Nebenprodukten sowie Reparaturstätten für die landwirtschaftlichen Geräte wurden bei der Planung nicht vergessen.

Tschen Yung-hsiang erzählte: ,,Die Brigade wird vor allem dank dem Getreidezuwachs immer reicher. Vor einigen Jahren legten wir auf noch unerschlossenem Land einen 20 Hektar großen Obstgarten an. Der Obstverkauf und die Einnahmen, die wir aus einer kleinen Fabrik ziehen, ermöglichen es uns, jedes Jahr weitere Wohnhäuser für Kommunemitglieder zu bauen.“ Er fügte hinzu, daß gleichzeitig auch Einrichtungen, die der Allgemeinheit dienen, gebaut werden. Künftig will man mitten durch die Siedlung verschiedene 8 Meter breite Alleen anlegen. Die Straßennamen sollen sich nach den Baumarten richten, z. B. Weidenstraße, Akazienstraße, Platanenstraße und Walnußstraße.

In ganz China entstehen solche neuen Siedlungen wie in der Brigade Hsüdjiawu. Der Wohnungsbau wird jedoch nicht isoliert angegangen. Gleichzeitig berücksichtigt man dabei die Mechanisierung der Landwirtschaft. Im Zuge des Wohnungsbaus werden die Felder planiert und der Ackerboden verbessert. Politische, kulturelle und soziale Interessen werden bei der Planung berücksichtigt. Je nach örtlichen Gewohnheiten variieren die Hausformen: einstöckige Häuser, Wohnhöhlen, Reihenhäuser und mehrflügelige Häuser um einen Hof herum im traditionellen Stil.

Beim Wohnungsbau gibt es zur Zeit zwei Herangehensweisen. Einerseits wird Hausbau und -Verteilung gestützt auf kollektive Arbeit und kollektive Investierung von der Produktionsbrigade durchgeführt. Die neuen Häuser sind dann Brigadeeigentum. Die Bauern zahlen eine geringe Miete. Andererseits geht die Initiative für den Wohnungsbau von den Bauern selbst aus. Die Produktionsbrigade hilft ihnen dabei. Die neuen Wohnhäuser gehören dann den Kommunemitgliedern. Die Wohnsiedlung der Produktionsbrigade Hsüdjiawu, über die wir berichteten, gehört zur ersteren Art. Die Brigade Schangwang im Kreis Schaohsing, Provinz Tschekiang, hat als erste in China auf diese Weise den Wohnungsbau organisiert.

Dort begann man 1968 mit dem Hausbau. Man errichtete 13 zweigeschossige Wohngebäude. Alle Kommunemitglieder sind schon in die neuen Häuser umgezogen. Jeder Familie stehen ein Wohnzimmer und eine Küche im Erdgeschoß und Schlafzimmer im Obergeschoß zur Verfügung. Außerdem hat jede Familie ein Lagerhaus.

Wir besichtigten auch das Brigadebüro, die Klinik, den Raum für Lautsprecherübertragungen, die Geschäfte und Teeverarbeitungsstätten. Der Tee ist Hauptanbauprodukt dieser Brigade. Die Teeplantage liegt ganz in der Nähe. Kulturhaus, Klubhaus, Kindergarten und andere öffentliche Einrichtungen liegen ebenfalls dicht bei den Wohnungen. Die neue Wohnsiedlung entspricht dem Prinzip ,,Zum Vorteil der Produktion und der Lebensumstände.“

Woher bekommt man Baumaterial? Die Brigade Schangwang gab uns die Antwort darauf. Nach den Prinzipien ,,Durch eigener Hände Arbeit“ und ,,im Vertrauen auf die eigene Kraft“ ging die Brigade den Hausbau an. Dachziegel und Ziegelsteine wurden von den Kommunemitgliedern selbst gebrannt, Beton selbst gegossen, altes Holz nach Möglichkeit wieder benutzt, Schilfmatten zur Verkleidung der Decken selbst geflochten. Die Bauern kauften zwar Stahl, Zement und Kalk, nutzten aber so gut wie möglich die örtlich vorhandene Materialien und stellten auch selbst Baumaterial her. Die Baukosten waren sehr niedrig. Pro Quadratmeter beliefen sie sich auf nur 10 Yuan (ungefähr 15 D-Mark).

Die Verteilung der Wohnungen erfolgt nach den Bedürfnissen. Kinderreiche Familien, Familien mit baufälligen Häusern, Armeeangehörige und Familienangehörige von Gefallenen wurden besonders berücksichtigt. Die Bauern zahlen pro m2 0.014 Yuan im Monat. Die Miete macht etwa 2-3% des durchschnittlichen Einkommens aus. Was macht man mit den alten Häusern? Die alten Häuser verkaufen die Bauern an die Brigade. Diese trägt die Häuser ab, benutzt das noch Brauchbare und zahlt den Bauern das Geld in Raten aus.

Oben sprachen wir auch schon über die andere Art, Häuser zu bauen. Das Geld wird von den Bauern, die ein neues Haus bauen wollen, und der Brigade oder der Produktionsgruppe gemeinsam aufgebracht. Die Bauern steuern den größten Teil bei. Die Brigadeleitung trägt die Verantwortung für das Herbeischaffen und die Herstellung des Baumaterials und die Arbeitsorganisation. Die neuen Häuser sind Privateigentum der Bauern.

Auf diese Art baute die Brigade Huahsi im Kreis Djiangyin, Provinz Kiangsu, neue Wohnungen. Ursprünglich war der Boden dort uneben, die Häuser lagen weit auseinander. 1964 stellte die Brigade einen ,,Fünfzehnjahrplan für das Lernen von Dadschai“ auf. Wesentlicher Bestandteil dieses Plans waren Bodenmelioration, Anlegen von Kanälen, Verkehrsplanung und Wohnungsbau; Arbeitszeitplanung und Baumaterialienbeschaffung und Arbeitskräfteeinteilung. Der Plan wurde im Dorf öffentlich ausgehängt, so daß alle Kommunemitglieder ihn auf dem Weg zur Arbeit lesen konnten.

Früher gab es hier zwölf kleine auseinanderliegende Dörfer mit kaum 300 Häusern und Strohhütten. Es herrschte großer Wohnraummangel. Im Winter, während der weniger arbeitsintensiven Zeit bauten die Kommunemitglieder im Laufe von 6 Jahren eine neue große Wohnsiedlung mit über 600 Häusern.

Wie ging das Bauen in der Brigade Huahsi vor sich? Die Brigade organisierte zuerst Zimmerleute und Maurer zu einer Baugruppe. Während der landwirtschaftlichen Hauptsaison arbeiteten sie auf den Feldern. In der weniger arbeitsintensiven Zeit waren sie die Stoßtruppe beim Hausbau. Die anderen Bauern halfen ihnen bei den Bauarbeiten und wurden dabei in Bautechniken unterwiesen. Für den Hausbau wurden ebensoviele Arbeitspunkte wie für die Feldarbeit bezahlt. Pro Wohnraum brauchte man etwa 22 Arbeitstage. (Arbeitstage werden nach Arbeitspunkten gerechnet. Für einen Arbeitstag rechnet man 10 Arbeitspunkte.) Die Baukosten waren sehr niedrig. Die Kosten für einen Raum machten nur 180-200 Yuan aus.

Der Parteisekretär Wu Jen-bao ist umsichtig. Er trat dafür ein, nicht nur Wohnhäuser, sondern auch öffentliche Gebäude zu bauen. 1974 wurde ein selbst projektiertes viergeschossiges Gebäude fertiggestellt, mit einer Gesundheitsstation, einer Flickschneiderei, Geschäften, einem Lesesaal, einem Fernsehraum und einer politischen Abendschule. 1975 wurden außerdem ein fünfgeschossiges Gebäude fertig. Hier sind der Kindergarten, die Grund- und die Mittelschule untergebracht. Mit der Entwicklung der Produktion (der Pro-Mu-Getreideertrag beträgt 1000 kg) geht es der Brigade wirtschaftlich immer besser. 1975 begann man mit dem Bau zweigeschossiger Wohnhäuser. Zu jeder Wohnung gehört auch ein Balkon.

Stützt man sich auf das Kollektiv, gibt es viele Methoden für den Hausbau. Manche Brigaden verfügen noch nicht über ausreichende Akkumulationsfonds, um Häuser zu bauen. Aber sie leihen den Bauern Geld, damit diese selbst Häuser bauen können. Wollen Bauern, die über einige Geldmittel verfügen, eine neue Wohnung, so können sie sich mit anderen Bauern zum Hausbau zusammenschließen. Die ganze Brigade diskutiert und legt fest, für wen zuerst Häuser gebaut werden, wie sie gebaut werden und so weiter.

Früher war es in Nordchina auf dem Land Brauch, bei der Geburt eines Sohnes einige Bäume zu pflanzen. Kam er dann ins heiratsfähige Alter, hatte man so genügend Holz, um für ihn ein Haus zu bauen. Der Sohn sorgte später für seine alten Eltern. Wurde eine Tochter geboren, pflanzte man keine Bäume, denn sie verließ bei ihrer Heirat die Familie und gehörte dann zu der Familie ihres Mannes. Heute hält niemand mehr an diesen feudalen Sitten fest. Will man ein Haus bauen, bekommt man das Material vom Staat oder vom Kollektiv. Zur Zeit besteht jedoch noch Mangel an Holz und anderen Baumaterialien, weil viele Bauern neue Wohnungen wollen. Aber immerhin — dauerte es früher im ganzen neun Jahre, um ein Haus zu planen, zu bauen und die Schulden zu begleichen, so geht dies heute gestützt auf das Kollektiv viel schneller und besser.


Im Hof eines neugebauten Hauses in der Produktionsbrigade Tjiändjin Volkskommune Wuhsing, Uigurisches Autonomes Gebiet Sinkiang

Im Hof eines neugebauten Hauses in der Produktionsbrigade Tjiändjin Volkskommune Wuhsing, Uigurisches Autonomes Gebiet Sinkiang

Als wir abends durch die Brigade Huahsi schlenderten, war das Kulturhaus hell erleuchtet. Kommunemitglieder studierten Politik, betätigten sich künstlerisch, sahen Fernsehen oder diskutierten über agrarwissen-schaftliche Experimente. Auf dem beleuchteten Sportplatz spielten zwei Frauenkorbballmannschaften. . . Die Kommunemitglieder sagten: ,,Die Entwicklung in den neuen sozialistischen Dörfern, ist ein Ansporn für uns.“

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